Perücke auf Rezept: Wann zahlt die Krankenkasse?

Eine Frau hält eine Perücke in der Hand
Perücken sind in bestimmten Fällen Auf Rezept zu bekommen. Foto: courtyardpix/Shutterstock.com

Verschiedene Krankheitsfälle können dafür sorgen, dass die Haare auf dem Kopf ausfallen. In diesem Fall ist der Einsatz einer Perücke notwendig. Doch wann zahlt die Krankenkasse die Perücke für Menschen, die nicht mit einer Glatze den Alltag bestreiten möchten?

Wenn die Haare krankheitsbedingt ausfallen, wird eine Perücke notwendig

Eine Chemotherapie führt über kurz oder lang dazu, dass die Haare am Körper ausfallen. Für die meisten Menschen stellt dies eine ungewohnte psychische Belastung durch. Nur selten trauen sich Menschen, vor allem Frauen, den Kopf haarlos zu präsentieren und möchten sich im Alltag weiterhin wohlfühlen. Aus diesem Grund lassen sich Perücken nutzen, die das Kopfhaar imitieren. Für ein besonders realistisches Aussehen, eignet sich hierfür die Echthaar-Perücke. Diese Form der Perücke ist allerdings etwas teurer und wird nicht in allen Fällen von der Krankenkasse übernommen. Viele nützliche Tipps rund um Synthetik- und Echthaar-Perücken finden sich hier.

Anteilige Übernahme der Kosten einer Kunst- oder Echthaar-Perücke durch die Krankenkassen

Wer bereits im Vorfeld weiß, dass eine Perücke notwendig wird, sollte sich von seiner Krankenkasse umfangreich beraten lassen. Auf diese Weise lassen sich die Kosten bereits vorab bestimmen. Hier reagieren die Krankenkassen unterschiedlich. Bei einer Krankheit gilt zumindest, dass die Perücke nicht als modisches Accessoire dient, sondern als Notwendigkeit angesehen wird. Daher übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Perücke zumindest anteilig. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten der neuen Haarpracht sogar komplett. Als grundlegend gilt, dass die Perücke eine therapeutische Notwendigkeit darstellt. Dies kann der Fall sein, wenn eine plötzliche Erkrankung vorliegt, die es für die betroffene Person unzumutbar macht, ohne Perücke den Alltag zu bestreiten. Eine Krebsbehandlung mit Chemotherapie gilt dabei als eines von vielen Beispielen. Verbrennungen an der Kopfhaut sorgen ebenfalls für eine therapeutische Notwendigkeit. Der Hausarzt ist neben der Krankenkasse der erste Ansprechpartner. Dieser kann für die Perücke auch ein Rezept ausstellen, sodass dieses anschließend bei der Krankenkasse abgerechnet wird.

Vor der Behandlung lohnt es sich bei den jeweiligen Krankenkassen zu informieren

Patienten die nach einer Behandlung eine Perücke benötigen, sollte sich vorab informieren, welche Art von Perücke die Krankenkasse übernimmt. Echthaarperücken werden bei einigen Krankenkassen je nach Beitrag nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. Für die Krankenkasse selbst steht der Kosten-Nutzen-Faktor im Fokus. Kurzzeitiger Haarausfall, bedingt durch eine Strahlentherapie und damit einem kurzzeitigen Haarausfall, wird von einigen Kassen nur als temporär eingestuft. Demzufolge unterstützen die Krankenkassen in solchen Fällen eher die anteilige oder vollständige Zahlung einer herkömmlichen Perücke, die den Schein des Kopfhaares erweckt. Für eine Echthaar-Perücke muss in den meisten Fällen hingegen zugezahlt werden. Für Patienten stellt sich die Frage, ob eine Echthaar-Perücke in solch einem Fall notwendig ist. Anders verhält es sich mit krankhaft bedingtem Haarausfall, der dauerhaft zur Beeinträchtigung der Lebensweise führt.

Echthaarperücken bei Frauen und Kindern

Bei krankhaftem und dauerhaftem Haarausfall, zeigen sich manche Krankenkassen bereit, eine Zuzahlung bei Echthaarperücken zu leisten. Der Vorteil einer Echthaar-Perücke liegt in ihrer natürlichen Erscheinung, die dem echten Kopfhaar täuschend ähnelt. Die Kunsthaarperücke wird als kostengünstiger betrachtet und bei eher weniger schwerwiegenden Krankheiten übernommen. Anders verhält es sich bei Perücken für Kinder oder Jugendlichen, die aufgrund einer Krankheit keine Haare mehr auf dem Kopf haben. In dieser Situation zeigt sich die Krankenkasse kulant und übernimmt in der Regel die Kosten. Personen mit einer Privatversicherung sollten zudem auf den gewählten Tarif ihrer Beiträge achten und Rücksprache halten, ob die Krankenkasse eine Zuzahlung der Perücke übernimmt. Männer haben es in der Regel noch schwieriger eine Perücke auf Rezept zu erhalten. Nur bei extremen Fällen, wie Unfällen oder dauerhaften Krankheitsbildern, kann sich die Krankenkasse bereit zeigen, die Kosten der Haarpracht zu übernehmen.